Bei funktioneller Dyspepsie und Reizmagen ist Kamille Bestandteil des 9-Kräuter-Kombinationspräparats Iberogast (STW 5). Ein Cochrane-Review fand für STW 5 einen möglichen Vorteil gegenüber Placebo bei allerdings niedriger Evidenzqualität. Für Reizdarm- und Reizmagen-Symptome zeigt eine aktuelle Analyse, dass Pfefferminzöl und Kümmelöl tendenziell besser abschneiden als das kamillehaltige Iberogast. Kamille bleibt als komplementärer Baustein in etablierten Kombinationen aber sinnvoll (Human, mittlere Confidence; Cochrane Deutschland; PTAheute 2023). Bei Säuglingskoliken zeigte eine Fenchel-Kamille-Melisse-Kombination in einer randomisierten Studie 2005 mit 93 Kindern eine signifikante Reduktion der Schreidauer. Eine weitere randomisierte Studie beschreibt eine Symptomreduktion unter topischem Kamillenöl. Die Gesamtdatenlage bleibt begrenzt (Human, mittlere Confidence; Savino et al. 2005; Naturopathic Pediatrics Review 2024; Journal of Pharmaceutical Research International 2020).
Öffentliche Quellen
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