Was ist bei Chemie und Inhaltsstoffe aus Sicherheitsgründen zu beachten?
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TIKKI Wissensantwort
Das definierende und im Reich der ätherischen Öle ungewöhnliche Merkmal der Römischen Kamille ist, dass ihr Öl zu rund 80 Prozent aus Estern der Angelica- und der Tiglinsäure besteht. Diese Ester-Dominanz ist der chemische Fingerabdruck des Öls und über zahlreiche GC-MS-Analysen abgesichert (Antonelli/Fabbri-Review; Molecules 2025, PMC12843988; mehrere GC-MS-Studien). Im Einzelnen prägen mehrere Angelate das Bild. Isobutyl-Angelat, chemisch 2-Methylpropyl-Angelat, liegt bei etwa 11 bis 36 Prozent. Isoamyl-Angelat, also 3-Methylbutyl-Angelat, liegt bei rund 5 bis 30 Prozent. Dazu kommen 2-Methylbutyl-Angelat, 3-Methylpentyl-Angelat mit etwa 10 bis 20 Prozent sowie Methallyl-Angelat. Die breiten Spannen sind kein Widerspruch, sondern spiegeln genau die Herkunfts- und Erntevariabilität wider. Diese Werte stammen unter anderem aus einer umfangreichen Analyse serbischer Proben, in der über 190 Verbindungen identifiziert wurden (Molecules 2025, PMC12843988; Reviewwerte; ResearchGate, Mollova et al. 2024). Neben den Estern kommen Monoterpene in kleineren Mengen vor, darunter alpha-Pinen mit etwa 6 bis 9 Prozent und Pinocarvon mit rund 1,5 bis 8 Prozent, das im Hydrolat, also im begleitenden Blütenwasser, stark angereichert ist. Ergänzt wird das Profil durch Germacren D und Prenyl-Angelat sowie durch weitere Ester-Reihen wie Tiglate, Senecioate und Methacrylate. Dieser Teil des Profils ist mit mittlerer Confidence beschrieben, da die Nebenkomponenten je nach Studie schwanken (Molecules 2025, PMC12843988; Chemotyp-Reviews). Entscheidend für die Abgrenzung: Die Römische Kamille enthält praktisch kein Chamazulen; in den serbischen Proben war es nicht nachweisbar. Das ist ein klarer chemischer Unterschied zur Deutschen beziehungsweise Echten Kamille (Matricaria chamomilla), die bei der Destillation das blaue Chamazulen und alpha-Bisabolol bildet. Genau deshalb ist das Römische Öl blassgelb und nicht blau. Wer ein blaues Kamillenöl in der Hand hält, hat kein Öl der Römischen Kamille (Molecules 2025, PMC12843988; Eden Botanicals). Ein Punkt, der später bei der Wirkung wichtig wird, betrifft die wasserlöslichen Flavonoide wie Apigenin, Luteolin, Hispidulin und Eupafolin. Diese stecken in Tee und Extrakt der Pflanze, sind im wasserdampfdestillierten ätherischen Öl aber nur in Spuren enthalten, weil sie bei der Destillation kaum mit übergehen. Öl und Tee sind also chemisch nicht dasselbe (PMC5897738; Löslichkeitslogik der Destillation).
Öffentliche Quellen
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