Koriander (Coriandrum sativum L.) gehoert zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist damit botanisch nah verwandt mit Fenchel, Anis, Kuemmel, Karotte und Sellerie. Die einjaehrige Pflanze wird typischerweise 30 bis 70 cm hoch, bildet weissliche bis rosa Dolden und reift zu kugeligen, gerippten Spaltfruechten, die als "Koriandersamen" (Coriandri fructus) verwendet werden. Wichtig ist die Trennung zwischen der frischen Blattdroge, im Englischen als Cilantro und in Teilen Asiens als "chinesische Petersilie" bekannt, und der reifen Frucht: Beide Teile derselben Pflanze verhalten sich chemisch wie zwei getrennte Chemotypen. Der urspruengliche Verbreitungsraum liegt im oestlichen Mittelmeergebiet und im Vorderen Orient. Archaeologische Funde in Griechenland, Israel und Aegypten datieren die Nutzung bis etwa 5000 v. Chr. zurueck. Bereits im Papyrus Ebers, in babylonischen Texten und in Grabbeigaben aegyptischer Pharaonen (u. a. Tutanchamun) taucht Koriander auf. Ueber den Handel gelangte die Pflanze frueh nach Indien, Persien und China und wurde in mediterraner, arabischer, ayurvedischer, persischer und traditionell chinesischer Medizin zu einem Standardkarminativum. Heute sind Indien, Marokko, Osteuropa, Iran, Aegypten und Kanada wichtige Anbaulaender.
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