Ist Sensibilisierung, Oxidation und Frische wissenschaftlich belegt oder vor allem traditionell überliefert?
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TIKKI Wissensantwort
Ein oft unterschaetzter Sicherheitsaspekt ist die Alterung der Oele. Limonen und Linalool, enthalten in vielen Oelen wie Zitrus, Lavendel und Teebaum, oxidieren an der Luft zu Hydroperoxiden. Diese Hydroperoxide sind potente Kontaktallergene. Deshalb sind Frische, Haltbarkeit und luftdichte Lagerung unmittelbar sicherheitsrelevant. Diese Einordnung stammt aus der dermatologischen Literatur zur Kontaktdermatitis (human, hohe Confidence; Sukakul 2022; Ogueta 2022). Aus der Patch-Test-Forschung: Die optimalen Testkonzentrationen fuer die Hydroperoxide betragen 0,3 Prozent fuer Limonen und 1,0 Prozent fuer Linalool. Rund 60 bis 70 Prozent dieser Sensibilisierungen werden durch die uebliche Duftstoff-Testung uebersehen (human, mittlere Confidence). In einer franzoesischen Studie der dermatologischen Fachgesellschaft waren Patienten mit allergischer Kontaktdermatitis vor allem gegen Lavendel-, Teebaum- und Ravintsara-Oel sensibilisiert, also durchweg Oele mit oxidierbaren Terpenen (human, mittlere Confidence; PubMed 37403438). Gleichzeitig ist Vorsicht vor pauschalen Verboten geboten. Eine vom Tisserand Institute zitierte Patch-Test-Studie mit 1.508 Personen zeigte fuer Zimtaldehyd eine Reaktionsrate von 1,35 Prozent, waehrend Linalool, Citronellol, Benzylcinnamat und Anisalkohol je bei etwa 0,1 Prozent lagen und Limonen sowie Geraniol 0 Prozent zeigten (human, mittlere Confidence). Das spricht gegen pauschale, allein an Einzel-Konstituenten festgemachte Verbote und dafuer, Konzentration und Frische in den Vordergrund zu stellen.
Öffentliche Quellen
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