Wer bei Neurodermitis (atopischem Ekzem) an Öle denkt, sollte zuerst zwischen zwei völlig verschiedenen Dingen unterscheiden: fette Trägeröle (Basisöle wie Kokos- oder Sonnenblumenöl) und ätherische Öle (hochkonzentrierte Duftöle wie Lavendel, Teebaum, Kamille, Pfefferminz). Die beste Nachricht zuerst: Die überzeugendste Humanevidenz gibt es nicht für ätherische Öle, sondern für schlichte fette Pflegeöle. Nativer Kokosölanteil und kaltgepresstes Sonnenblumenöl können die Hautbarriere stützen, die Haut befeuchten und den Wasserverlust senken. Sie wirken als rückfettende Basispflege, nicht als Aromatherapie. Für ätherische Öle bei Neurodermitis ist die Lage nüchtern: Es gibt keine großen, hochwertigen Studien am Menschen, die einen Nutzen an der Ekzemhaut belegen. Gleichzeitig gehören ätherische Öle zu den häufigsten Auslösern allergischer Kontaktekzeme, gerade Lavendel und Teebaumöl. Bei geschädigter Hautbarriere, wie sie für Neurodermitis typisch ist, dringen sie leichter ein und können sensibilisieren. Ätherische Öle sind daher allenfalls eine vorsichtige Ergänzung, niemals ein Ersatz für die ärztlich verordnete Therapie, und sie werden niemals eingenommen.
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