Was muss ich über Antimikrobielle und antivirale Laborwirkung wissen?
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TIKKI Wissensantwort
Dass ätherische Öle Keime abtöten, ist im Labor gut dokumentiert. Oregano-, Thymian-, Rosmarin-, Nelken-, Piment- und Zimtöl wirken in vitro zuverlässig gegen Bakterien wie Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa und Salmonellen; der Hauptmechanismus ist die Zerstörung der bakteriellen Zellmembran. Gegen Viren zeigten Thymian, Zimt, Bergamotte und Lavendel in Zellversuchen antivirale Effekte gegen Influenza A, teilweise über die Hemmung des Virus-Oberflächenproteins Hämagglutinin. Gegen Herpes simplex (HSV-1) fanden sich Effekte bei Sternanis, Teebaum und Oregano/Carvacrol, letzteres auch gegen Aciclovir-resistente Stämme. Zwei Einschränkungen sind hier zentral. Erstens: Was im Reagenzglas eine Membran zerstört, tut das an der menschlichen Schleimhaut potenziell ebenfalls — deshalb sind gerade die stärksten "Keimkiller" die reizendsten Öle. Zweitens: Die vielzitierte Bindung von 1,8-Cineol an Coronavirus-Proteine stammt ausschließlich aus Computersimulationen (In-silico-Docking). Es gibt keinen klinischen Beleg für eine antivirale COVID-Wirkung ätherischer Öle.
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