Ist Sicherheit wissenschaftlich belegt oder vor allem traditionell überliefert?
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TIKKI Wissensantwort
Grundsätzlich gilt, dass ätherische Öle nicht unverdünnt eingenommen und nicht in Augen oder auf Schleimhäute gebracht werden, dass eine innerliche Anwendung nur mit fachlicher oder ärztlicher Begleitung erfolgt und dass die Öle außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden. Diese Regeln sind etabliert (NAHA; Tisserand und Young, Essential Oil Safety). Besonders wichtig ist die Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern. Pfefferminze und Menthol sowie Kampfer und Eukalyptus mit 1,8-Cineol dürfen nicht im Gesichts- oder Nasenbereich angewendet werden, weil die Dämpfe bei Säuglingen einen Atemreflex mit Atemstillstand oder einen Kehlkopfkrampf auslösen können. Als Faustregel nach dem Tisserand Institute meidet man Pfefferminze bei Kindern unter drei Jahren und nutzt bei Kleinkindern eher menthularme Öle wie Krauseminze, Ingwer oder Zitrone in sehr niedriger Dosierung. Diese Regel stützt sich auf etablierte Sicherheitsempfehlungen und dokumentierte Fallberichte (Tisserand Institute; Kasuistiken Menthol und Kampfer, PMC2804512). In Schwangerschaft und Stillzeit dosiert man dermal niedrig, etwa 0,5 bis ein Prozent. Pfefferminze und Menthol können die Milchbildung verringern, weshalb man in der Stillzeit zurückhaltend ist. Für Übelkeit in der Schwangerschaft gelten die Zitronen-Inhalation und eine kurze Ingwer-Inhalation als vergleichsweise sanfte, in Studien untersuchte Optionen; bei ausgeprägter Schwangerschaftsübelkeit ist eine ärztliche Abklärung nötig (IFA- und Tisserand-Dosierempfehlungen). Für Pfefferminzöl selbst nennt Tisserand und Young ein dermales Maximum von etwa 5,4 Prozent und rät zur Zurückhaltung oder Meidung bei Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern und bei G6PD-Mangel; bei empfindlichen Personen kann es Hautreizung oder ein Kältegefühl auslösen, weshalb man vorab an einer kleinen Stelle testet (Tisserand und Young; aromaweb.com). Bei Zitrusölen ist zu beachten, dass kaltgepresstes Zitronenöl auf der Haut phototoxisch ist, sodass man nach dermaler Anwendung direkte Sonne für einige Stunden meidet. Bei reiner Inhalation besteht dagegen kein Phototoxizitätsproblem, weshalb die Zitrone für die Reiseübelkeit über den Riechstift unproblematisch ist (Tisserand und Young).
Öffentliche Quellen
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