Was ist bei Botanik und Herkunft aus Sicherheitsgründen zu beachten?
T
TIKKI Wissensantwort
Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigspitzen von Melaleuca alternifolia gewonnen, einem Myrtengewächs aus dem Nordosten von New South Wales in Australien. Der Name Teebaum ist historisch, hat aber nichts mit der Teepflanze zu tun. Botanisch wichtig ist, dass M. alternifolia in der Natur nicht einheitlich ist, sondern in sechs verschiedenen Chemotypen vorkommt. Diese Chemotypen sehen äußerlich ähnlich aus, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrem Öl. Ein Typ wird von Terpinen-4-ol dominiert, ein weiterer von Terpinolen und ein dritter von 1,8-Cineol, dazu kommen Zwischenformen. Für die kommerzielle und medizinische Nutzung wird ausschließlich der Terpinen-4-ol-Chemotyp angebaut und destilliert. Nur dieser liefert das Öl mit dem erwünschten Wirkstoffprofil und dem niedrigen Cineolgehalt. Diese Chemotypen-Einteilung ist etabliert und gut abgesichert (Homer und Southwell; BMC Plant Biology 2017, PMC5628445; New Phytologist 2023). Welcher Chemotyp eine Pflanze ausbildet, ist genetisch festgelegt. Verantwortlich ist ein Cluster beziehungsweise ein Supergen-Locus aus mehreren Monoterpen-Synthase-Genen. Diese Enzyme steuern unter anderem die Bildung von Sabinenhydrat, der Vorstufe von Terpinen-4-ol, sowie von 1,8-Cineol und Terpinolen. Je nachdem, welche Genvarianten vorliegen, entsteht der eine oder der andere Chemotyp. Dieser genetische Hintergrund ist beschrieben, die Confidence ist mittel (Padovan et al., BMC Plant Biol 2017; Voelker et al., New Phytol 2023).
Öffentliche Quellen
Verknüpfte Quellen mit dem im Datensatz ausgewiesenen Prüfstatus: