Geranienöl ist chemisch ein von den Monoterpenalkoholen Citronellol und Geraniol dominiertes, ester- und alkoholreiches Öl, dessen Herkunftstyp sich an Markern wie Guaia-6,9-dien und 10-epi-gamma-Eudesmol ablesen lässt und dessen Citronellol-Geraniol-Verhältnis als Qualitätsmerkmal dient. Auf Labor- und Tierebene gibt es zahlreiche mechanistisch plausible Befunde zu antibakterieller, antifungischer, antioxidativer, mastzellstabilisierender, entzündungshemmender und angstlösender Wirkung, die aber nicht mit einer Wirkung im menschlichen Körper gleichzusetzen sind, zumal die Laboreffekte bei praxisüblicher Verdünnung stark nachlassen. Die Humanevidenz ist am ehesten belastbar bei Angst und Schmerz durch Inhalation sowie bei PMS und Prothesenstomatitis, beruht aber auf wenigen, meist kleinen Studien mit dem grundsätzlichen Verblindungsproblem der Aromatherapie. Die vielen traditionellen Anwendungen von der Hautpflege über die hormonellen Zuschreibungen bis zum Insektenschutz sind Erfahrungswissen ohne belastbaren klinischen Nachweis. Sicherheitstechnisch entscheidend sind das Allergiepotenzial der deklarationspflichtigen Duftstoffe samt der Verschärfung durch Autoxidation, die Notwendigkeit ausreichender Verdünnung und die Empfindlichkeit von Katzen und Hunden. Positiv hervorzuheben ist, dass das Öl nicht phototoxisch ist.
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