Was ist über Wie Lavendel und Silexan wirken bekannt?
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TIKKI Wissensantwort
Der angstlösende Effekt von Lavendel wird nach heutigem Stand nicht primär über das GABA-System vermittelt, wie man bei einem Beruhigungsmittel zunächst vermuten würde, sondern über das serotonerge System. Im Nagermodell läuft die Wirkung über den Serotonin-Rezeptor vom Typ 5-HT1A. Silexan erhöht das Serotonin im präfrontalen Cortex, allerdings nicht durch Hemmung des Serotonin-Transporters wie klassische SSRI-Antidepressiva, sondern über einen anderen Weg (tier, mittlere Confidence; Pharmacol Biochem Behav 2020, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0197018620302904). Dazu passt ein seltener, wertvoller Humanbeleg für den Mechanismus. In einer placebokontrollierten Bildgebungsstudie mit PET an 17 gesunden Männern, die 8 Wochen lang 160 mg Silexan einnahmen, sank die Bindung am 5-HT1A-Rezeptor in mehreren Hirnregionen, unter anderem in Hippocampus, Insula und anteriorem cingulärem Cortex, um etwa 9 bis 18 Prozent. Das ist konsistent mit einem serotonergen Wirkmechanismus, muss aber wegen der sehr kleinen Stichprobe vorsichtig gelesen werden (human, mittlere Confidence; Baldinger et al., PMC4360214). Auf Laborebene kommt ein zweiter plausibler Wirkpfad hinzu: Silexan hemmt in Synaptosomen und Neuronen nichtselektiv spannungsabhängige Calciumkanäle vom N-, P/Q- und T-Typ. Ein solcher Eingriff in die Erregbarkeit von Nervenzellen ist ein nachvollziehbarer angstlösender Mechanismus (in vitro, mittlere Confidence; Schuwald et al., PMC3639265; sowie S0197018620302904). Chemisch tragen die Wirkung vor allem zwei Bestandteile: Linalool und Linalylacetat machen zusammen rund 71 Prozent des Öls aus, die restlichen etwa 29 Prozent verteilen sich in Spuren auf über hundert weitere Verbindungen (etabliert, hohe Confidence; The Carlat Report 2020; S0197018620302904).
Öffentliche Quellen
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