In der europaeischen Volksmedizin, der Unani-Tradition und der persischen Heilkunde wird Kuemmel seit Jahrhunderten gegen dyspeptische Beschwerden, Blaehungen, Koliken sowie als Karminativum und Milchbildungsmittel eingesetzt. Kulturhistorisch praesent ist Kuemmel als Brotgewuerz (Roggenbrot), als Basis von Likoeren (Aquavit, Kuemmel) und Verdauungsschnaepsen. Traditionell wird Kuemmeloel — verduennt in einem Traegeroel wie Mandel- oder Olivenoel, meist rund 2 Prozent — als Bauchmassage oder Bauchwickel bei Saeuglingskoliken und Blaehungen genutzt. Die karminativ-spasmolytische Wirkung wird bei transkutaner Anwendung durch die gute Hautpenetration von Monoterpenen plausibilisiert; eine belastbare klinische Evidenzbasis fehlt jedoch fuer die Saeuglingsindikation.
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