Welche Quellen gibt es für Aussagen über Was es im Koerper macht?
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TIKKI Wissensantwort
Die Wirkbefunde liegen fast ausschliesslich auf der Labor- und Tierebene, und hier ist Ehrlichkeit besonders wichtig, weil das oft mit klinischer Wirkung verwechselt wird. Auf antioxidativer Ebene ist die Datenlage aus dem Reagenzglas mehrfach dokumentiert, streut aber stark. Fuer Cladanthus-mixtus-Oel oder -Extrakte wurden DPPH-Werte zwischen einem IC50 von 0,34 mg/mL und rund 566 Mikrogramm pro Milliliter berichtet, ABTS um 491 Mikrogramm pro Milliliter und FRAP mit einem EC50 um 235 Mikrogramm pro Milliliter. Andere Studien geben fuer Bluetenextrakt 36,23 mg Trolox-Aequivalent pro Gramm im DPPH und 39,49 mg Trolox-Aequivalent pro Gramm im ABTS am Wurzelextrakt an. Die Streuung erklaert sich durch Chemotyp, Pflanzenteil und Loesungsmittel; Confidence mittel (Chemistry and Biodiversity 2024; Bakrim et al. 2020; Molecules 28(7):3196 2023, PMC10096347). Antibakterielle Aktivitaet ist in vitro moderat. Cladanthus mixtus zeigt in Disc-Diffusion und Mikroverduennung eine mittlere Hemmung gegen Staphylococcus aureus und Escherichia coli, etwa mit einer MIC von 20 mg/mL fuer den Blattextrakt gegen S. aureus. Methanolische Extrakte liegen mit MIC- und MBC-Werten zwischen 20 und 35 mg/mL im klinisch schwach wirksamen Bereich. Diese Werte sind Laborbefunde mit mittlerer Confidence (El Ouariachi et al. 2018 Environmental Science and Pollution Research; Molecules 28(7):3196 PMC10096347). Antifungal ist die Aktivitaet gegen Trichophyton rubrum am staerksten, mit einer MIC von 1,25 mg/mL und einer MFC von 2,5 mg/mL fuer den Blueten- und Blattextrakt. Gegen Candida albicans wurde eine MIC um 6,5 mg/mL berichtet. Auf Aspergillus fumigatus wirkt der Extrakt mit MIC- und MFC-Werten oberhalb von 40 mg/mL kaum. Auch das sind reine In-vitro-Befunde, Confidence mittel (Molecules 28(7):3196 2023, PMC10096347). Auf Zellinien-Ebene zeigten methanolische Extrakte zytotoxische Aktivitaet gegen HT-29-Kolon- und MCF-7-Brustkrebszellen. Das ist hypothesengenerierend und ausdruecklich kein Beleg einer Anti-Krebs-Wirkung am Menschen (Cancers 15(1) 152, 2023). Im Nagetiermodell wurden mehrere pharmakologische Effekte beschrieben. In Ratten- und Maus-Studien reduzierte Ormenis-mixta-Oel oral in Dosen von 100 bis 200 mg/kg Koerpergewicht signifikant Carrageenan- und Trauma-induziertes Pfoetenoedem und zeigte antinozizeptive Wirkung im Essigsaeure-Writhing- und Tail-Immersion-Test. Confidence mittel; nicht auf den Menschen uebertragbar (Tajani et al., International Journal of Pharmacy and Pharmaceutical Sciences 2016). Neuropharmakologische Studien beschreiben ein Profil aehnlich einem milden Psychostimulans und Anxiolytikum mit angstloesender und antidepressiv-aehnlicher Wirkung in Standard-Tests wie Elevated-Plus-Maze und Forced-Swim-Test. Die akute orale Toxizitaet lag bis 2 g/kg ohne Letalitaet; konkrete Rezeptor-Mechanismen an Serotonin-, GABA- oder Dopaminsystem sind nicht identifiziert. Confidence niedrig, weil Rezeptor-Ziele fehlen (Alaoui und Kollegen 2018, ResearchGate 328322181). Eine weitere Maus-Studie zeigte synergistische analgetische und anti-entzuendliche Effekte einer Kombination aus Ormenis-multicaulis- und Carum-carvi-Extrakten gegenueber den Einzelextrakten; auch das ist Tiermodell, kein Humanbeleg (PMC12715987, 2025). Als Erklaerung fuer diese Effekte werden drei mechanistische Ebenen diskutiert. Erstens rechnerisches Docking gegen COX-1, 5-LOX und TNF-alpha; das ist nur In-silico. Zweitens allgemeine Radikalfaenger-Aktivitaet der Terpen-Alkohole im Zellassay. Drittens moegliche Modulation zentraler Neurotransmittersysteme, wie sie in Nagertests suggeriert wird. Keine dieser Ebenen ersetzt klinische Evidenz; Gesamt-Confidence niedrig (Chemistry and Biodiversity 2024 Docking-Studie; Tajani 2016; Alaoui 2018).
Öffentliche Quellen
Verknüpfte Quellen mit dem im Datensatz ausgewiesenen Prüfstatus: