Wie belastbar ist die Evidenz zu Enzyme, Haut und Insekten (Labor, vorläufig)?
T
TIKKI Wissensantwort
Die Einzelkomponente Linalool wirkt in vitro als kompetitiver Acetylcholinesterase-Hemmer und als Lipoxygenase-Hemmer — ein möglicher Beitrag zu ZNS- und antientzündlichen Effekten, jedoch nicht am Menschen belegt (PMC4534619). Aus der Pflanze isolierte Verbindungen wie Canangaterpen I und N-trans-Feruloyltyramin hemmen in Enzym- und Zelltests die Melanogenese beziehungsweise die Tyrosinase stärker als die Referenzsubstanzen Arbutin und Kojisäure, was als Grundlage für dermatologische und hautaufhellende Anwendungsideen diskutiert wird. Ebenfalls im Labor zeigten sich eine Hemmung von alpha-Amylase und Aldosereduktase (in Richtung antidiabetisch) sowie eine larvizide und repellente Wirkung gegen Mückenarten wie Aedes, Culex und Anopheles — die Schutzdauer als Repellent ist allerdings deutlich kürzer als bei DEET. Wichtig zur Abgrenzung: Bestimmte Alkaloide der Pflanze (Liriodenin als Topoisomerase-II-Hemmer, Sampangin) zeigen in vitro zytotoxische, antifungale und antibakterielle Aktivität — das betrifft jedoch Pflanzenextrakte und nicht primär das ätherische Blütenöl. Diese Labordaten haben mittlere Confidence und lassen sich nicht auf klinische Anwendungen übertragen.
Öffentliche Quellen
Verknüpfte Quellen mit dem im Datensatz ausgewiesenen Prüfstatus: