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Ätherische Öle · DE

Was muss ich über Ehrliche Evidenz-Einordnung wissen?

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Was muss ich über Ehrliche Evidenz-Einordnung wissen?

Zum Schluss die nüchterne Gesamtbilanz, getrennt nach Belegstärke. Gut belegt am Menschen ist der Nutzen fetter Trägeröle als Basispflege, allen voran natives Kokosöl und kaltgepresstes Sonnenblumenöl. Ebenso klar belegt ist, dass Olivenöl als Leave-on die Barriere schädigt und gemieden werden sollte, und dass orales Nachtkerzen- und Borretschöl bei Ekzem nicht wirken. Nur schwach oder gar nicht am Menschen belegt sind die ätherischen Öle selbst. Für Lavendel, Teebaum, Kamille und Co. bei Neurodermitis fehlen große, hochwertige Studien. Was vorliegt, sind vor allem Labor- und Tierbefunde, die einen plausiblen Mechanismus zeigen, aber keinen klinischen Nutzen an der Ekzemhaut beweisen. Das schwache Humansignal für Kamillosan und die juckreizlindernden Menthol-Studien betreffen kleine Kollektive oder andere Juckreizursachen. Besonders aufschlussreich ist die einzige kontrollierte Aromatherapie-Massage-Studie bei kindlichem Ekzem (Anderson, Lis-Balchin, Kirk-Smith, Phytotherapy Research 2000). Bei nur 8 Kindern, behandelt unter anderem mit Majoran, Weihrauch, Deutscher Kamille, Myrrhe, Thymian, Benzoe und Speiklavendel, besserten sich beide Gruppen, aber die ätherischen Öle brachten keinen Zusatznutzen gegenüber der Massage allein. Später trat sogar eine Verschlechterung auf, möglicherweise durch Kontaktallergie gegen die Öle. Der Nutzen kam also aus der Massage und Zuwendung, nicht aus den Ölen. Das ist ein wichtiger Realitätscheck gegen die Überschätzung der Ölwirkung.

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