Zum Schluss eine ehrliche Gewichtung. Auf gut abgesichertem Boden stehen die historischen und regulatorischen Kernaussagen: die antike Nutzung aromatischer Stoffe, die Prägung des Begriffs durch Gattefossé, die Rollen von Valnet, Maury und Tisserand, der rechtliche Status in den USA sowie die zentralen Sicherheitsrisiken bei Einnahme, bei Katzen und bei phototoxischen Ölen. Hier ist die Confidence hoch. Schwächer und mit mittlerer bis niedriger Confidence sind einzelne Zuschreibungen und Deutungen: die alleinige Erfindung der Destillation durch Avicenna, die genaue Fassung des Gattefossé-Mythos, die scharfe Trennung in Schulen sowie die Wirksamkeit bei Angst, Schlaf und in Teilen bei Krebs. Diese Punkte beruhen auf Experteneinschätzung, uneinheitlicher Studienlage oder Praktiker-Interpretation. Der übergreifende Vorbehalt bleibt für alle Traditionen derselbe. Lange kulturelle Nutzung belegt für sich genommen keine gesundheitliche Wirksamkeit im wissenschaftlichen Sinn. Traditionelle Anwendungen beschreiben, wie und mit welchen Erwartungen Menschen Öle einsetzten. Konkrete Wirkaussagen erfordern kontrollierte Humanstudien und sind je nach Rechtsraum reguliert. Traditioneller Gebrauch und moderne Studienlage sind deshalb konsequent zu trennen. Diese epistemische Einordnung hat hohe Confidence (NCCIH; Tisserand Institute; cert-geschichte.md).
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