Die oft erzählte Anekdote, Gattefossé habe die Nützlichkeit von Lavendel entdeckt, nachdem er sich die Hand verbrannt hatte, ist populär, in ihren Details aber unsicher belegt. Sie ist ein Gründungsmythos, kein wissenschaftlicher Nachweis, und hat als Anekdote mittlere Confidence (Aromatherapie-Historiographie, unter anderem Tisserand Institute). Zur genaueren Version lohnt eine Korrektur. Laut Eliane Zimmermann, die sich auf Robert Tisserand stützt, welcher Gattefossés Buch von 1937 ins Englische übersetzen ließ, verbrannte sich Gattefossé 1910 schwer und entwickelte an beiden Händen einen Gasbrand durch Clostridium perfringens. Eine Spülung mit Lavendelöl soll die Gasbildung gestoppt haben. Das entspricht nicht der populären Version, bei der er die Hand sofort in einen Lavendeltopf getaucht habe. In beiden Fällen handelt es sich um einen überlieferten Einzelfall, nicht um einen Wirksamkeitsnachweis. Diese korrigierte Fassung hat mittlere Confidence (aromapraxis.de).
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