Die klarste Humanevidenz für Pfefferminzöl liegt beim Reizdarmsyndrom (IBS). Magensaftresistente Kapseln sind hier dem Placebo überlegen, sowohl bei den globalen Symptomen als auch beim Bauchschmerz. Das wird von mehreren Meta-Analysen randomisierter Studien gestützt. Eine Meta-Analyse von 2019 umfasste 12 RCTs mit 835 Teilnehmern und fand ein relatives Risiko für die globale Symptomverbesserung von etwa 2,39 und für den Bauchschmerz von etwa 1,78. Eine Meta-Analyse von 2022 umfasste 10 Studien mit 1030 Teilnehmern und bestätigte den Nutzen. Typisch untersucht wurden enteric-coated Kapseln mit etwa 0,2 bis 0,4 ml, entsprechend rund 180 mg, dreimal täglich. Das American College of Gastroenterology empfiehlt sie. Belegstufe: Mensch, Konfidenz hoch (BMC Complementary Medicine PMC6337770; Aliment Pharmacol Ther 10.1111/apt.17179; NCCIH; AAFP 2007). Diese Anwendung ist auch regulatorisch anerkannt. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA beziehungsweise ihr Ausschuss HMPC führt orale magensaftresistente Pfefferminzöl-Zubereitungen als Well-Established Use zur symptomatischen Linderung von leichten Bauchkrämpfen, Blähungen und Schmerzen, besonders beim Reizdarmsyndrom. Nicht anzuwenden bei Kindern unter 8 Jahren. Belegstufe: etabliert, Konfidenz hoch (EMA EU herbal monograph Menthae piperitae aetheroleum, Revision 1).
Öffentliche Quellen
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