Eukalyptus ist eine große Gattung von Bäumen und Sträuchern aus der Familie der Myrtengewächse mit Ursprung in Australien. Für die Ölgewinnung und die Heilkunde ist vor allem der Blaue Gummibaum, Eucalyptus globulus, von Bedeutung. Er ist der häufigste pharmazeutische Handelstyp und die für europäische Fertigarzneimittel lizenzierte Art. Daneben spielen einige weitere Arten eine Rolle, die sich chemisch teils deutlich unterscheiden. Historisch wurde Eukalyptusöl erstmals 1788 in Port Jackson in Australien destilliert. Im 19. Jahrhundert verbreitete es sich von Australien nach Europa und Nordamerika, und ab den 1880er Jahren wurde es in der Chirurgie als Antiseptikum verwendet. Diese historischen Eckdaten sind gut überliefert, im Detail aber sekundärquellengestützt und haben daher mittlere Sicherheit. Traditionell nutzten die Aborigines Australiens Eukalyptusblätter seit Jahrtausenden. Sie verbrannten Blätter zum Inhalieren bei Husten und Atemwegsbeschwerden, legten Blätter als Umschlag auf Wunden und verwendeten Saft und Harz auf Verbrennungen und Schnitten. Angewandt wurde die Pflanze außerdem bei Fieber und bei Magen-Darm-Problemen. Diese ethnobotanische Überlieferung ist gut dokumentiert, es handelt sich aber um traditionelles Erfahrungswissen, nicht um klinische Wirksamkeitsnachweise.
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