Es gibt durchaus positive Einzelstudien am Menschen. Bergamotte-ätherisches Öl, 15 Minuten mit Wasserdampf inhaliert, senkte bei 41 gesunden Frauen in einem randomisierten Cross-over-Design das Speichelcortisol signifikant, reduzierte Angst und Spannung in etablierten Fragebögen und erhöhte in der Nachlaufphase die parasympathische HF-HRV. Dieser Befund hat mittlere Sicherheit. Ein gemischtes Öl aus Lavendel, Ylang-Ylang, Majoran und Neroli senkte über vier Wochen bei 83 Personen mit Vorstufen von oder manifestem Bluthochdruck den Tages-Blutdruck um etwa 10,8 zu 7,1 mmHg und das Speichelcortisol. Der nächtliche Blutdruck blieb unverändert. Die Einschränkung ist deutlich: Es war keine randomisierte kontrollierte Studie. Der Befund hat mittlere Sicherheit. In akuten klinischen Stresskontexten gibt es weitere positive, aber schwächere Belege. Intranasal appliziertes Lavendel-plus-Fenchel senkte in einem doppelblinden randomisierten Versuch das Speichelcortisol und verbesserte die Schlafqualität. Lavendel-Aromatherapie senkte bei 24 Kindern zwischen sieben und neun Jahren während einer Zahnbehandlung das Speichelcortisol signifikant. Bergamotte-Orangenessenz vor einer laparoskopischen Gallenblasenoperation reduzierte präoperative Angst, Speichelcortisol und Alpha-Amylase, also Marker beider Stressachsen. Diese drei Befunde haben jeweils niedrige Sicherheit, unter anderem wegen sehr kleiner Stichproben und spezieller klinischer Situationen.
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