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Welche Gegenbefunde und Grenzen gibt es bei Was Kardamomextrakt im Tiermodell zeigt?

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Welche Gegenbefunde und Grenzen gibt es bei Was Kardamomextrakt im Tiermodell zeigt?

Am Darm zeigt Kardamomextrakt einen dualen, also gegensinnigen Effekt. Einerseits stimuliert er über einen cholinergen, atropinsensitiven Weg die Kontraktion, andererseits wirkt er über einen Calcium-antagonistischen, verapamilähnlichen Mechanismus entspannend. Diese doppelte Wirkung liefert die mechanistische Grundlage für die traditionelle Nutzung sowohl bei Koliken als auch bei Verstopfung und Durchfall. Der Befund stammt aus isoliertem Meerschweinchen-Ileum und Kaninchen-Jejunum und hat als Tiermodell hohe Confidence (Gilani et al. 2008, Journal of Ethnopharmacology, PMID 18037596). Dieselbe Arbeitsgruppe beschreibt weitere Kreislauf- und ZNS-Effekte im Tier. Kardamomextrakt senkte bei anästhesierten Ratten den arteriellen Blutdruck in einem Dosisbereich von 3 bis 100 Milligramm pro Kilogramm, teils atropinsensitiv, erzeugte im Bereich von 1 bis 10 Milligramm pro Kilogramm eine Diurese mit gleichzeitiger Salzausscheidung und verlängerte bei Mäusen die durch Pentobarbital ausgelöste Schlafzeit, was auf einen sedativen Effekt hindeutet. Das sind Tierbefunde mit mittlerer Confidence (Gilani et al. 2008, PMID 18037596). Über eine Blockade von Calciumkanälen erklärt sich auch eine bronchienerweiternde Wirkung. An isolierter Kaninchentrachea entspannte Kardamom carbachol- und Hoch-Kalium-induzierte Kontraktionen verapamilähnlich, was die mechanistische Basis für die traditionelle Asthma-Anwendung bildet. Ebenfalls im Tiermodell wird eine krampflösende Wirkung über die Blockade muskarinischer Rezeptoren erklärt, was die überlieferte karminative und antispasmodische Nutzung stützt. Beide Befunde sind Tiermodelle mit mittlerer Confidence (bronchodilatorisch: Bangladesh Journal of Pharmacology, ResearchGate 269560739; antispasmodisch: PubMed 8981560). Zwei weitere präklinische Beobachtungen runden das Bild. Gastroprotektiv hemmte bei Ratten eine petroletherlösliche Kardamom-Fraktion aspirininduzierte Magenläsionen bei 12,5 Milligramm pro Kilogramm zu nahezu 100 Prozent und war damit wirksamer als Ranitidin bei 50 Milligramm pro Kilogramm, unter anderem über eine erhöhte Magenschleim-Sekretion. Neuroprotektiv zeigte Kardamomöl bei Ratten Schutz gegen eine aluminiuminduzierte Neurotoxizität. Beides sind Tierbefunde, der gastroprotektive mit mittlerer, der neuroprotektive mit niedriger Confidence (Gastroprotektion: Jamal et al., academia.edu und ScienceDirect S1043661896900675; Neuroprotektion: PMC6502995).

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