Myrrhe ist das Oleogumharz von Commiphora myrrha aus der Familie der Balsambaumgewächse. Der Baum wächst in trockenen, heißen Regionen am Horn von Afrika und auf der südlichen Arabischen Halbinsel, konkret in Somalia, Äthiopien, Eritrea, Djibouti, Kenia sowie im Jemen und Oman. Somalia gilt als größter Produzent. Diese Zuordnung ist etabliert und hat hohe Sicherheit. Botanisch relevant ist die Doppelbenennung. Commiphora molmol Engler ist ein Synonym zu Commiphora myrrha (Nees) Engler. Regulatorische Monographien und ältere Literatur laufen unter beiden Namen; wer nach Rohstoff- oder Studienquellen sucht, sollte deshalb beide Bezeichnungen prüfen. Auch das ist etabliert. Die Gewinnung erfolgt durch wiederholtes Anritzen der Rinde. Das austretende Oleogumharz härtet an der Luft zu rötlich-braunen Harztränen aus. Diese Harztränen sind das Ausgangsmaterial für zwei getrennte Produktlinien. Aus dem Harz wird durch Wasserdampfdestillation oder mit superkritischem CO2 das ätherische Öl gewonnen. Für Tinkturen und Fertigarzneimittel werden die Harztränen in Ethanol ausgezogen. Der Rohstoff selbst enthält traditionell etwa 30 bis 60 Prozent wasserlösliche Gummen, 25 bis 40 Prozent alkohollösliches Harz mit Commiphorsäuren und 3 bis 8 Prozent ätherisches Öl mit Furanosesquiterpenen. Diese Groborientierung ist als Standardisierungsrahmen etabliert.
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