Ist Botanik und Herkunft wissenschaftlich belegt oder vor allem traditionell überliefert?
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TIKKI Wissensantwort
Die Deutsche Kamille ist ein einjähriges Korbblütengewächs (Asteraceae) mit dem botanischen Namen Matricaria chamomilla L., in älterer Literatur auch Matricaria recutita. Sie ist die pharmazeutisch relevante Kamillenart und liefert sowohl die Droge Matricariae flos, also die Kamillenblüten, als auch das ätherische Öl Matricariae aetheroleum. Dieses Öl wird durch Wasserdampfdestillation der frischen oder getrockneten Blütenköpfe gewonnen. Der typische Ölgehalt der Blüten liegt bei bis zu etwa zwei Prozent (etabliert, hohe Confidence; AromaWeb; ScienceDirect-Übersicht Matricaria; Ph.-Eur.-Monographie Matricariae aetheroleum). Die wichtigsten Anbau- und Produktionsländer sind Ägypten, Ungarn, Argentinien, Deutschland, Tschechien, Polen, die Slowakei und Indien. Ungarn ist traditionell ein bedeutender Lieferant für die Rohdroge, die unter anderem in Deutschland weiterverarbeitet und destilliert wird (etabliert, hohe Confidence; ScienceDirect-Übersicht; Quinessence-Blog; PMC8747680). Wichtig für das Verständnis ist, dass es innerhalb der Art Matricaria chamomilla mehrere klar unterscheidbare Chemotypen gibt. Die Literatur beschreibt mindestens sieben Chemotypen des Öls. Etabliert sind vor allem der Alpha-Bisabolol-Typ, in dem Bisabolol rund 45 bis 58 Prozent ausmachen kann und der in ungarischen und deutschen Zuchtsorten wie Manzana und Bodegold zu finden ist, der Bisabololoxid-A-Typ mit rund 34 bis 43 Prozent des Oxids, der Bisabololoxid-B-Typ, der Bisabolonoxid-A-Typ sowie ein (E)-beta-Farnesen-Chemotyp, in dem Farnesen bis rund 42 Prozent erreicht, dokumentiert unter anderem in einer nepalesischen Population. Wer ein Kamillenöl kauft, kauft also nie eine feste Formel, sondern immer eine bestimmte chemotypische Ausprägung (etabliert, hohe Confidence; PubMed 26434140; ScienceDirect-Übersicht; MDPI Horticulturae 2023).
Öffentliche Quellen
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