Ist Wundheilung wissenschaftlich belegt oder vor allem traditionell überliefert?
T
TIKKI Wissensantwort
Für die Wundheilung am Menschen existieren bislang nur Einzelfallberichte, keine kontrollierten Studien. Beschrieben sind drei Patienten mit Wunden, die topisch mit 10 Prozent H.-italicum-Öl in Kokosöl behandelt wurden, sowie zwei Patientinnen mit Sonnenbrand über sieben Tage. In einer weiteren Fallserie heilten vier Patienten mit Wunden unter Behandlung gut. Das ist anekdotische Evidenz ohne Kontrollgruppe, die Confidence ist niedrig (ResearchGate 383124410 mit drei Fällen; IJSAR, Sonnenbrand-Fälle; PMC8399527, Fallserie n gleich 4). Die tierexperimentelle Grundlage dazu ist etwas breiter. Im Streptozotocin-Diabetes-Rattenmodell beschleunigten Salben und Gele mit 0,5 Prozent H.-italicum-Öl die Wundkontraktion signifikant und erhöhten den Hydroxyprolingehalt als Maß für Kollagen sowie die Geweberegeneration gegenüber Kontrollen. Nach sieben Tagen zeigten behandelte Ratten eine deutlich höhere Wundkontraktion, mit dem Gel 42,3 Prozent und mit der Salbe 39,87 Prozent gegenüber der Kontrolle (MDPI Pharmaceuticals 2021, PMC8400224). Ergänzend förderte ein H.-italicum-Hydrolat, also das bei der Destillation anfallende Pflanzenwasser, in Zellkultur mit menschlichen Hautstammzellen und Fibroblasten bei 20 bis 30 Prozent Konzentration den Wundschluss im Scratch-Test und die Zellmigration und regte die Zellteilung selektiv nur bei geschädigten Zellen an; als Wirkstoffe werden unter anderem Kaffeoylchinasäure-Derivate und Naringenin-Derivate genannt (PMC10805257). Diese Wund- und Regenerationsbefunde sind Tier- und Zellbefunde und stützen die Tradition, sind aber am Menschen nicht bestätigt.
Öffentliche Quellen
Verknüpfte Quellen mit dem im Datensatz ausgewiesenen Prüfstatus: