Da einige Verfälschungen nur in Spuren auftreten, braucht es mehrere, aufeinander aufbauende Tests. Das zentrale Verfahren ist die Kopplung aus Gaschromatographie und Massenspektrometrie (GC/MS): Die Gaschromatographie trennt das Öl in seine Einzelbestandteile auf, die Massenspektrometrie identifiziert jeden Bestandteil und seine Menge. Ein anschauliches Bild ist ein Schokoladenkuchen, der wieder in Eier, Mehl, Zucker und Kakao zerlegt wird. Ergänzend deckt die chirale GC-Analyse synthetische Zusätze auf, indem sie das Verhältnis spiegelbildlicher Moleküle (Enantiomere) prüft, das bei natürlichen Ölen charakteristisch ist. Die ICP-Massenspektrometrie spürt Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Cadmium und Arsen auf, die LC/MS schwerere Verunreinigungen wie Pestizide oder Trägeröle. Hinzu kommen physikalische Prüfungen der Echtheit: die sensorische Beurteilung von Aussehen, Geruch und Farbe, die Infrarotspektroskopie (FTIR), die optische Drehung mit dem Polarimeter, die Dichte im Vergleich zu Wasser und der Brechungsindex. Am Ende steht die Stabilitätsprüfung, die zeigt, wie sich ein Öl über die Haltbarkeit unter wechselnden Temperatur- und Feuchtebedingungen verhält.
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