Lavendel ist der Goldstandard bei Angst, aber man muss zwei Anwendungsformen streng auseinanderhalten. Oral als Silexan-Kapsel ist die Wirkung, wie oben beschrieben, hochwertig belegt und arzneimittelrechtlich anerkannt (human/etabliert, hohe Confidence; Kasper 2014; PMC10465640). Inhalativ ist die Datenlage schwächer, aber vorhanden. Eine Meta-Analyse zur Lavendel-Inhalation fand eine signifikante Angstreduktion (Hedges' g = -0,73; 95-Prozent-Konfidenzintervall -1,00 bis -0,46; 1682 Teilnehmende), betonte aber die starke Heterogenität der Studien; der inhalative Effekt gilt daher nur als Hinweis von angemessener Größe, während die orale Gabe klarer wirksam ist (human, mittlere Confidence; Donelli et al., Phytomedicine 2019, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0944711319303411). In spezifischen Settings ist der inhalative Nutzen greifbarer: Eine Meta-Analyse aus 10 Studien mit 750 Patienten zeigte, dass Lavendel-Inhalation die präoperative Angst signifikant senkte, wobei kurze Sitzungen bis etwa 20 Minuten als wirksamer und praktikabler galten (human, mittlere Confidence; Complement Ther Clin Pract, https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1744388121000013). Eine systematische Übersicht von 2019 mit 6 Studien fand über verschiedene Settings hinweg konsistente kleine bis moderate Angstreduktionen (human, mittlere Confidence; S0944711319303411).
Öffentliche Quellen
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