Was muss ich über Silexan — die stärkste Humanevidenz überhaupt, aber mit Einschränkungen wissen?
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TIKKI Wissensantwort
Belegtyp human (hohe Confidence) für die Wirksamkeit. Das orale, standardisierte Lavendelöl-Präparat Silexan (mit 25 bis 38 Prozent Linalool und 36 bis 38 Prozent Linalylacetat) senkt in randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien die Angstsymptomatik bei generalisierter Angststörung signifikant stärker als Placebo (gemessen über die Reduktion des HAMA-Angstwerts) und vergleichbar mit den Medikamenten Paroxetin und Lorazepam. Die größte Studie umfasste 539 Patienten mit diagnostizierter Angststörung. (Kasper et al. 2014.) Das ist die belastbarste Humanevidenz in diesem gesamten Themenfeld. Entscheidend sind aber zwei ehrliche Einschränkungen. Erstens ist der molekulare Wirkmechanismus beim Menschen gerade nicht über die GABA-A- beziehungsweise Benzodiazepin-Stelle belegt (Belegtyp invitro/präklinisch, mittlere Confidence). Präklinische Daten deuten eher auf eine Hemmung spannungsabhängiger Calciumkanäle und eine Modulation des Serotonin-1A-Rezeptors hin; die Übertragung auf den Menschen bleibt hypothetisch. Zweitens gilt diese klinische Evidenz ausschließlich für die orale Einnahme der Kapsel — sie lässt sich nicht pauschal auf inhalative Aromatherapie übertragen. Die Evidenzbasis für inhalative Lavendel- oder Linalool-Aromatherapie beim Menschen ist klein, heterogen und methodisch begrenzt (Belegtyp human, mittlere Confidence) und darf nicht mit der Silexan-Evidenz gleichgesetzt werden.
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