Wer über die Wirkung von Schafgarbe spricht, muss drei Ebenen sauber trennen. Erstens die getrocknete Droge, also Kraut oder Blüte als Tee, Presssaft oder Tinktur, die durch EMA, Kommission E und ESCOP für konkrete Indikationen der Verdauung und der Frauenheilkunde traditionell anerkannt ist. Zweitens ganze Extrakte, für die es einzelne klinische Signale gibt, etwa bei Episiotomie-Wunden. Drittens das isolierte ätherische Öl, für das nahezu die gesamte Datenlage aus Zell- und Tierstudien stammt und für das die regulatorischen Monographien ausdrücklich nicht gelten. Wer diese Ebenen mischt, verkauft mechanistische Plausibilität als klinischen Beleg. Wer sie trennt, sieht eine gut dokumentierte Traditionspflanze mit realen, aber begrenzten pharmakologischen Signalen und einer klar umgrenzten Sicherheitsakte.
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