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Ätherische Öle · DE

Was sagt die Forschung zu Botanik und Herkunft?

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Was sagt die Forschung zu Botanik und Herkunft?

Das ätherische Öl stammt von Helichrysum italicum, einem Korbblütler (Asteraceae), der im Deutschen Immortelle, Currykraut oder italienische Strohblume heißt. Gewonnen wird es durch Wasserdampfdestillation der blühenden Sprossspitzen. Die Pflanze wächst rund um das Mittelmeer, kommerziell wichtig sind vor allem Korsika und Sardinien. Diese botanische Grundlage ist gut abgesichert (Antunes Viegas et al., J Ethnopharmacol 2014, Übersichtsarbeit; mehrere GC-MS-Studien). Botanisch entscheidend ist, dass H. italicum chemisch nicht einheitlich ist, sondern in mindestens zwei geografisch geprägten Chemotypen vorkommt. Der eine ist ein oxygenierter Monoterpen-Typ, dominiert von Nerylacetat und weiteren Nerol-Estern; er stammt vor allem aus Korsika, Sardinien und dem toskanischen Archipel und gehört zur Unterart italicum. Der andere ist ein Kohlenwasserstoff-Typ, dominiert von alpha-Pinen und Limonen, und findet sich vor allem auf dem Balkan, dem italienischen Festland und auf Sizilien. Diese Chemotypen-Einteilung ist etabliert und hat hohe Confidence (Frontiers in Plant Science 2025, fpls.1467421; Tisserand Institute). Welchen Chemotyp und welches konkrete Profil eine Charge zeigt, hängt stark von Herkunft, Unterart, Erntezeit und Verarbeitung ab. Dahinter stehen sowohl eine phänotypische Plastizität der Pflanze als auch lokale genetische Anpassung. Für die Praxis heißt das: Pauschale Wirkaussagen ohne Angabe von Chemotyp oder Analysenzertifikat sind bei Helichrysum unzuverlässig. Diese starke Variabilität ist gut belegt (Frontiers in Plant Science 2025, fpls.1467421). Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu anderen Helichrysum-Arten, die chemisch völlig anders zusammengesetzt und nicht austauschbar sind. H. gymnocephalum aus Madagaskar ist reich an 1,8-Cineol mit rund 47 Prozent und riecht eukalyptusartig. H. splendidum aus dem südlichen Afrika wird von beta-Phellandren geprägt. H. arenarium, die Sand-Strohblume, wird vor allem wegen ihrer Flavonoide und ihrer gallentreibenden Wirkung genutzt. Wer Immortelle sagt, meint fast immer H. italicum, sollte das aber beim Einkauf am botanischen Namen prüfen (PMC6264711; PMC9002512; Tisserand Institute).

Öffentliche Quellen

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