TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) wird häufig als Biomarker für die Schilddrüsenfunktion im Kontext von Gewichtsmanagement vermarktet. Ein erhöhter TSH-Wert (z. B. 5,2 mU/l) kann auf eine subklinische Hypothyreose hindeuten, die mit einem langsameren Stoffwechsel assoziiert sein kann. Allerdings ist die Evidenz für einen kausalen Effekt auf Gewichtsverlust schwach: Die meisten Studien zeigen nur geringe Unterschiede im Grundumsatz, und eine Behandlung mit Levothyroxin führt bei subklinischer Hypothyreose nicht zuverlässig zu Gewichtsreduktion. Zudem ist ein einzelner TSH-Wert aus einem Heimtest nicht ausreichend – er muss durch venöse Bestimmung von fT4, fT3 und Schilddrüsenautoantikörpern bestätigt werden. Viele Faktoren (Stress, Schlafmangel, Ernährung, Medikamente) können TSH transient erhöhen. Die klinische Praxis empfiehlt, eine Therapie erst ab TSH > 10 mU/l oder bei Symptomen zu erwägen. Direkt-zu-Verbraucher-Tests für TSH sind als Screening, nicht als Diagnose zu verstehen. Im Kontext von Abnehmen ist TSH daher ein schwacher Prädiktor; Fokus sollte auf Kalorienbilanz, Bewegung und nachhaltiger Ernährung liegen. Evidenzgrad: Praxis (klinische Leitlinien).
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