Cortisol, das wichtigste Stresshormon des Menschen, kann über verschiedene Mechanismen die Fruchtbarkeit beeinflussen. Chronisch erhöhte Cortisolspiegel – etwa bei anhaltendem Stress oder Cushing-Syndrom – hemmen die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse (HPG-Achse), was zu einer verminderten Ausschüttung von GnRH, LH und FSH führt. Dies kann bei Frauen den Eisprung stören und bei Männern die Spermatogenese beeinträchtigen. Allerdings ist die Datenlage zu direkten kausalen Effekten moderat, da Cortisol auch zyklusabhängig schwankt und viele andere Faktoren (Schlaf, Ernährung, psychische Gesundheit) eine Rolle spielen. MyBody-X bietet keinen direkten Cortisol-Test an; die vorhandenen Genvarianten (z. B. in TNF oder CYP2C19) haben nur indirekte, schwache Assoziationen zu Stresswegen. Für eine individuelle Fruchtbarkeitsberatung sind klinische Hormonmessungen (Cortisol im Speichel/Serum) und eine umfassende Anamnese aussagekräftiger als ein Gentest. Die Evidenz für eine direkte Rolle von Cortisol-Genetik auf Fruchtbarkeit ist daher als schwach bis unklar einzustufen.
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