Progesteron ist bei Wechseljahresbeschwerden in der Hormonersatztherapie (HRT) sinnvoll, jedoch fast immer in Kombination mit Östrogen. Bei Frauen mit intakter Gebärmutter schützt Progesteron (oder ein Gestagen) die Gebärmutterschleimhaut vor einer durch Östrogen induzierten Hyperplasie und senkt das Krebsrisiko. Zudem kann es Schlafstörungen, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen lindern. Die Evidenz aus randomisierten Studien und Leitlinien (z. B. der Deutschen Menopause Gesellschaft) ist stark – insbesondere für die kombinierte HRT. Allerdings ist die Anwendung individuell abzuwägen: Kontraindikationen wie Brustkrebs, Thrombosen oder ungeklärte Blutungen müssen ausgeschlossen werden. Bioidentisches Progesteron wird oft besser vertragen als synthetische Gestagene, aber die Datenlage zur Überlegenheit ist gemischt. Ohne ärztliche Begleitung und regelmäßige Kontrollen ist eine Selbstmedikation nicht zu empfehlen. Die Wirkung hängt auch vom Zeitpunkt des Therapiebeginns ab (innerhalb von 10 Jahren nach Menopause). Zusammenfassend: Ja, Progesteron ist bei vielen Frauen sinnvoll, aber nur als Teil einer ärztlich verordneten und überwachten HRT.
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