HbA1c ist ein Langzeitblutzuckermarker, der den durchschnittlichen Glukosespiegel der letzten 2–3 Monate widerspiegelt. In der Fruchtbarkeitsmedizin kann ein erhöhter HbA1c auf eine gestörte Glukosetoleranz oder Diabetes hinweisen, die beide mit weiblicher und männlicher Subfertilität assoziiert sind. Bei Frauen mit PCOS oder unerklärtem Kinderwunsch kann ein HbA1c-Test helfen, eine zugrunde liegende Insulinresistenz zu erkennen, die die Eizellqualität und den Menstruationszyklus beeinträchtigen kann. Auch bei Männern ist ein erhöhter HbA1c mit schlechterer Spermienqualität verbunden. Allerdings ist die Evidenzlage nicht stark genug, um HbA1c als Routine-Screening bei allen Fruchtbarkeitspatienten zu empfehlen. Die meisten Studien sind Beobachtungsstudien, und der prädiktive Wert für den Schwangerschaftserfolg ist begrenzt. Ein normaler HbA1c schließt Fruchtbarkeitsprobleme nicht aus. In der Praxis wird HbA1c eher bei Risikogruppen (z. B. Übergewicht, PCOS, Diabetes-Familienanamnese) eingesetzt. MyBody-X bietet HbA1c als Biomarker an, aber die Interpretation sollte immer im klinischen Kontext erfolgen. Ein alleiniger HbA1c-Wert ohne weitere Diagnostik ist für die Fruchtbarkeitsberatung nicht ausreichend. Die Evidenz ist moderat und basiert auf assoziativen Daten, nicht auf randomisierten Studien.
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