Die Behauptung, dass VKORC1-Varianten direkt die Darmgesundheit beeinflussen, ist ein Mythos. VKORC1 kodiert für die Vitamin-K-Epoxid-Reduktase, ein Schlüsselenzym im Vitamin-K-Zyklus, das die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel reguliert. Vitamin K wird teilweise von Darmbakterien (v. a. Bacteroides) produziert, aber die genetische Variation in VKORC1 hat keinen nachgewiesenen Einfluss auf die Zusammensetzung oder Funktion des Mikrobioms. Studien zeigen, dass VKORC1-Polymorphismen (z. B. rs9923231) vor allem die Warfarin-Dosierung beeinflussen, nicht aber die Darmbarriere oder Entzündungsparameter. Einige Consumer-DNA-Tests suggerieren fälschlich einen Zusammenhang mit der Darmgesundheit, was wissenschaftlich nicht haltbar ist. Fakt ist: Die Darmgesundheit wird primär durch Ernährung, Mikrobiomvielfalt und Lebensstil bestimmt – nicht durch VKORC1. Wer seinen Vitamin-K-Status optimieren möchte, sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit grünem Blattgemüse und fermentierten Lebensmitteln achten, nicht auf Gentests vertrauen.
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