Die Frage nach einem „Gluten-Test“ ist nicht eindeutig, da es verschiedene Testarten gibt: 1) Zöliakie-Diagnostik (Bluttest auf tTG-IgA, EMA, Gesamt-IgA, ggf. HLA-DQ2/DQ8-Genetik) – diese ist klinisch etabliert, aber nur bei Symptomen oder Risiko sinnvoll. 2) IgG-basierte Lebensmittelunverträglichkeitstests (oft als „Glutensensitivität“ vermarktet) – diese sind wissenschaftlich nicht belegt, führen häufig zu falsch positiven Ergebnissen und unnötigen Diäten. 3) IgE-Allergietests auf Weizen – diese messen eine echte Allergie, die aber selten ist. Die Studienlage zeigt: Ein positiver IgG-Test korreliert nicht mit einer klinischen Unverträglichkeit. Viele Menschen verzichten unnötig auf Gluten, was zu Nährstoffmängeln führen kann. Ein seriöser Test sollte nur nach ärztlicher Indikation erfolgen. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (z. B. Stuhltests) sind meist nicht validiert und liefern keine gesicherte Diagnose. Bei Verdacht auf Zöliakie ist der Gang zum Gastroenterologen der einzig sinnvolle Weg. Caveat: Selbst bei nachgewiesener Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS) gibt es keinen Biomarker – die Diagnose erfolgt über Ausschluss und Diät. Die Evidenz für die meisten Heimtests ist daher als „Marketing“ oder „unklar“ einzustufen.
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