Bei Testosteron und Fatigue ist Vorsicht geboten: Müdigkeit hat viele Ursachen (Schlafmangel, Stress, Vitamin-D-Mangel, Eisenmangel, Schilddrüsenprobleme). Ein niedriger Testosteronspiegel kann dazu beitragen, aber direkte-to-consumer (DTC)-Tests messen oft nur Gesamttestosteron, nicht das bioverfügbare oder freie Testosteron. Zudem unterliegt Testosteron starken tageszeitlichen Schwankungen – ein einzelner Messwert ist wenig aussagekräftig. Genetische Varianten (z. B. im SHBG-Gen) können die Bindungsproteine beeinflussen, aber die klinische Relevanz ist unklar. Vor einer Supplementierung oder Hormontherapie sind ärztliche Abklärungen (wiederholte Messungen, Symptome, Ausschluss anderer Ursachen) zwingend nötig. Die Evidenz für DTC-Tests bei Fatigue ist schwach; sie liefern keine Diagnose. Fokus sollte auf Lebensstil, Ernährung und ärztlicher Betreuung liegen.
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