Ein Zöliakie-Test (z. B. auf HLA-DQA1/DQB1-Varianten) kann bei Stress nicht direkt helfen, aber er kann klären, ob eine Zöliakie oder Glutensensitivität vorliegt. Stress kann gastrointestinale Symptome verstärken oder sogar als Auslöser für die Erstmanifestation einer Zöliakie wirken. Ein positiver Gentest allein ist jedoch nicht diagnostisch – viele Träger entwickeln nie eine Zöliakie. Die Diagnose erfordert zusätzlich Antikörpertests (tTG-IgA) und eine Dünndarmbiopsie. Ohne gesicherte Diagnose sollte Gluten nicht eigenmächtig gemieden werden, da dies die Testergebnisse verfälscht. Die Evidenz für den Zusammenhang zwischen Stress und Zöliakie ist moderat: Stress kann das Immunsystem beeinflussen und bei genetisch Prädisponierten die Krankheit auslösen oder verschlimmern. Ein Gentest kann also als erster Hinweis dienen, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung. Bei stressbedingten Magen-Darm-Beschwerden sind auch andere Ursachen wie Reizdarm oder funktionelle Dyspepsie häufig. Der Test ist daher ein Baustein, aber kein Stresslöser.
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