Ein Longevity-DNA-Test kann bei Fatigue nur sehr begrenzt helfen. Die aktuelle Evidenz zeigt, dass Fatigue multifaktoriell ist – Schlafmangel, Stress, Nährstoffdefizite, Schilddrüsenfunktion oder psychische Faktoren spielen meist eine größere Rolle als einzelne Genvarianten. Zwar können Tests auf Genvarianten wie HLA-DQA1 (Zöliakie-Risiko) oder VDR (Vitamin-D-Stoffwechsel) hinweisen, die indirekt mit Erschöpfung zusammenhängen, doch die Effektstärken sind klein und die klinische Relevanz unklar. Viele DTC-Tests überschätzen die Aussagekraft solcher Marker. Ein Longevity-Test liefert keine Fatigue-Diagnose und ersetzt keine ärztliche Abklärung (Blutbild, Eisen, Ferritin, TSH, Vitamin B12, Vitamin D). Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch; es fehlen randomisierte Studien, die einen Nutzen von DNA-basierter Fatigue-Beratung belegen. Ohne begleitende Labordiagnostik und Anamnese bleibt der Test spekulativ. Vorsicht vor Marketingversprechen, die Fatigue als ‚genetisch lösbar‘ darstellen.
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