FADS1 (Fettsäure-Desaturase 1) ist ein zentrales Enzym im Stoffwechsel mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Es wandelt die pflanzliche Linolsäure (Omega-6) in Arachidonsäure um, die als Vorläufer für entzündungsfördernde Eicosanoide dient. Genetische Varianten in FADS1 (z. B. rs174546) sind in mehreren GWAS und Metaanalysen mit einem erhöhten Risiko für allergische Erkrankungen wie Asthma, atopische Dermatitis und Heuschnupfen assoziiert worden. Der Effekt ist moderat und wird durch die Ernährung (Verhältnis Omega-6 zu Omega-3) moduliert. Träger bestimmter Risikoallele können möglicherweise von einer erhöhten Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren profitieren, um die entzündliche Kaskade abzuschwächen. Allerdings ist die prädiktive Kraft eines einzelnen SNPs gering; Allergien sind polygen und stark umweltabhängig. Ein Gentest auf FADS1 kann daher nur einen kleinen Teil des Risikos erklären und sollte nicht als alleinige Grundlage für Ernährungs- oder Therapieentscheidungen dienen. Die Evidenz ist solide (human-strong), aber die klinische Umsetzbarkeit bleibt begrenzt.
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