Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im Methionin-Stoffwechsel entsteht. Erhöhte Homocysteinspiegel gelten als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und können die Gefäßfunktion sowie die Durchblutung beeinträchtigen. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Homocystein selbst die sportliche Leistung steigert. Im Gegenteil: Chronisch erhöhte Werte könnten die Regeneration negativ beeinflussen. Einige Studien zeigen, dass intensives Training den Homocysteinspiegel vorübergehend anheben kann, was auf oxidativen Stress hindeutet. Die Supplementierung von B-Vitaminen (Folsäure, B12, B6) senkt zwar den Homocysteinspiegel, aber randomisierte kontrollierte Studien haben keinen konsistenten Leistungsvorteil für Sportler gezeigt. Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch und basiert auf Assoziationsstudien. Sportler mit erhöhten Homocysteinwerten sollten auf eine ausreichende B-Vitamin-Versorgung achten, statt Homocystein als leistungssteigernd zu betrachten. Marketingversprechen, die Homocystein als Energie-Booster bewerben, sind kritisch zu hinterfragen.
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