Die Frage nach der optimalen Eisenmenge bei Haarausfall ist wissenschaftlich nicht eindeutig zu beantworten. Ein Zusammenhang zwischen Eisenmangel und bestimmten Haarausfallformen (v. a. diffusem Haarausfall, Telogeneffluvium) ist in Beobachtungsstudien beschrieben, jedoch fehlen randomisierte kontrollierte Studien, die eine generelle Eisensupplementierung bei Haarausfall ohne nachgewiesenen Mangel stützen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine tolerierbare obere Aufnahmemenge (UL) für Eisen von 40–45 mg/Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene festgelegt (PMID:39507293). Bei therapeutischer Gabe (z. B. 60–120 mg elementares Eisen/Tag) ist eine ärztliche Überwachung erforderlich, da Eisenüberladung (Hämochromatose, Leberschäden) riskant ist. Einige Experten empfehlen einen Serum-Ferritinwert >40–70 ng/ml für optimales Haarwachstum, doch dieser Schwellenwert ist nicht allgemein anerkannt. Vor einer Supplementierung sollte immer ein vollständiges Eisenstatus (Ferritin, Transferrinsättigung, Hämoglobin) bestimmt werden. Ohne Mangel bringt zusätzliches Eisen keinen nachweisbaren Nutzen für die Haare und kann schaden. Die Evidenz ist insgesamt moderat und basiert überwiegend auf Beobachtungsdaten.
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