Testosteron spielt eine wichtige, aber nicht alleinige Rolle bei Müdigkeit. Ein niedriger Testosteronspiegel kann bei Männern (und in geringerem Maße bei Frauen) zu verminderter Energie, Antriebslosigkeit und erhöhter Erschöpfung beitragen. Allerdings ist Müdigkeit multifaktoriell: Schlafmangel, Stress, Nährstoffdefizite (z. B. Vitamin D, Eisen, B12), Schilddrüsenfunktion und psychische Faktoren sind oft relevanter. Ein Bluttest (morgens, nüchtern) ist nötig, um einen echten Mangel festzustellen. Genetische Varianten (z. B. im SHBG- oder AR-Gen) haben nur kleine Effekte und rechtfertigen keine Selbsttherapie. Testosteronersatz sollte nur bei klinisch bestätigtem Mangel und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da Nebenwirkungen (kardiovaskulär, Prostata) möglich sind. Die Evidenz ist moderat: Studien zeigen einen Zusammenhang, aber Kausalität ist nicht immer klar. Ohne Labordiagnostik bleibt die Rolle des Testosterons spekulativ.
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