Die Studienlage zu Stuhlproben bei Senioren ist begrenzt. Es gibt Hinweise, dass die Mikrobiom-Diversität im Alter abnimmt und mit Gebrechlichkeit, Entzündungen und kognitivem Abbau assoziiert ist. Allerdings basieren diese Erkenntnisse meist auf Beobachtungsstudien, nicht auf randomisierten kontrollierten Studien. Ein Stuhltest kann individuelle Bakterienprofile zeigen, aber es fehlen standardisierte klinische Grenzwerte für Senioren. Die Tests sind nicht diagnostisch und nicht von der FDA zugelassen. Sie können als Anstoß für Ernährungsumstellungen dienen, aber der Nutzen ist nicht eindeutig belegt. Besonders bei Senioren mit Multimedikation oder chronischen Erkrankungen ist Vorsicht geboten: Die Ergebnisse könnten zu unnötigen Ängsten oder unnützen Nahrungsergänzungen führen. Stattdessen sollte der Fokus auf einer ausgewogenen Ernährung mit vielen Ballaststoffen und fermentierten Lebensmitteln liegen, was die Diversität fördert. Zusammenfassend: Die Evidenz ist schwach und marketinggetrieben; ein Stuhltest ersetzt keine ärztliche Beratung.
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