VKORC1 (Vitamin-K-Epoxid-Reduktase-Komplex-Untereinheit 1) ist ein zentrales Enzym im Vitamin-K-Zyklus und steuert die Aktivierung von Gerinnungsfaktoren. Eine direkte Rolle für die Fertilität ist aus der aktuellen Evidenz nicht abzuleiten. Es gibt keine robusten Studien, die VKORC1-Varianten (z. B. rs9923231) mit Fruchtbarkeitsparametern wie Eizellqualität, Spermienfunktion oder Implantationsrate assoziieren. Der bekannte Effekt betrifft die Warfarin-Empfindlichkeit und den Vitamin-K-Stoffwechsel. Theoretisch könnte eine gestörte Vitamin-K-abhängige Gerinnung bei unerkannten Gerinnungsstörungen die Plazentafunktion beeinflussen, aber das ist spekulativ und nicht durch klinische Daten gestützt. DTC-DNA-Tests, die VKORC1 mit Fertilität verknüpfen, übertreiben meist die Relevanz. Wer Fertilitätsprobleme hat, sollte sich auf etablierte Faktoren konzentrieren (Hormonstatus, Zyklus, Spermienanalyse, Lebensstil) und nicht auf einzelne SNPs. Evidenzgrad: unklar, da keine direkten Humanstudien vorliegen.
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