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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von Allergie

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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von Allergie

Cortisol ist ein zentrales Stresshormon mit immunmodulierender Wirkung. Bei Allergien kann chronischer Stress über eine Dysregulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA) die allergische Entzündungsreaktion beeinflussen – etwa durch verstärkte Th2-Zytokinausschüttung oder verminderte Glukokortikoid-Empfindlichkeit. Allerdings ist der Zusammenhang komplex und individuell. Direkte Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien, dass eine alleinige Cortisol-Messung (z. B. im Speichel) für die Allergiediagnostik oder -therapie geeignet ist, fehlt. Viele kommerzielle Tests bewerben Cortisol als „Stressmarker“ mit Bezug zu Allergien, basieren aber meist auf mechanistischen Überlegungen oder kleinen Beobachtungsstudien. DNA-Tests auf Gene wie NR3C1 (Glukokortikoidrezeptor) oder CRHR1 haben schwache Effektstärken und sind nicht für die klinische Allergologie validiert. Fazit: Cortisol ist ein relevanter, aber unspezifischer Faktor. Evidenzbasierte Allergiediagnostik stützt sich auf IgE, Pricktest und Provokation. Ein Cortisol-Check kann allenfalls als ergänzender Hinweis auf Stressbelastung dienen – nicht als Allergietest. Vorsicht vor übertriebenen Marketingversprechen.

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