Die evidenzbasierte Bewertung eines Cardio-Risk-Checks hängt stark von der Methodik ab. Bei DNA-basierten Tests (z. B. MyBody-X) werden meist einzelne SNPs aus GWAS-Studien analysiert, die mit geringen Risikoerhöhungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert sind. Die Effektstärken sind jedoch klein, und die prädiktive Aussagekraft ist für den Einzelnen oft gering. Klinisch etablierte Risikofaktoren wie Blutdruck, LDL-Cholesterin, Rauchen, Diabetes und Familienanamnese haben eine deutlich stärkere Evidenz. Einige Biomarker wie Lipoprotein(a) oder Homocystein zeigen moderate Evidenz, werden aber in Heimtests nicht immer standardmäßig erfasst. Wichtig: Ein Cardio-Risk-Check aus dem Heimtest ersetzt keine ärztliche Risikostratifizierung (z. B. SCORE2). Die Evidenz für direkte klinische Nutzen aus solchen Tests ist derzeit als 'mixed' bis 'unclear' einzustufen. Verbraucher sollten die Ergebnisse als Diskussionsgrundlage mit dem Arzt nutzen, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.
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