Homocystein ist ein schwefelhaltiges Aminosäure-Derivat, dessen erhöhte Spiegel im Blut als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten. Die Darmgesundheit kann indirekt über die Aufnahme von B-Vitaminen (Folsäure, B6, B12) Einfluss nehmen, die für den Homocystein-Abbau essenziell sind. Ein gestörtes Mikrobiom oder Darmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn können die Resorption dieser Vitamine beeinträchtigen und so Homocystein erhöhen. Allerdings ist die direkte kausale Verbindung zwischen spezifischen Darmbakterien und Homocysteinwerten wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt. Mythen wie „Homocystein allein verursacht Herzkrankheiten“ oder „Ein Darmtest ersetzt die Homocystein-Messung“ sind irreführend. Die Evidenz basiert überwiegend auf Beobachtungsstudien; randomisierte kontrollierte Studien fehlen. Für eine valide Beurteilung sollten Homocystein-Werte im Blut gemessen und mit einem Arzt besprochen werden. Die Darmgesundheit ist ein Teilaspekt, aber nicht der alleinige Faktor.
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