Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, deren Gehalt stark vom Selengehalt des Bodens abhängt. Zu den reichhaltigsten Quellen zählen Paranüsse (eine einzige Nuss kann die Tagesdosis decken), aber auch Fisch (Thunfisch, Sardinen), Fleisch (Leber, Rind), Eier und Hülsenfrüchte. In Deutschland ist der Boden selenarm, daher kann eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung schwierig sein. Marketing-Hype entsteht oft um Selenpräparate, die angeblich Krebs vorbeugen, das Immunsystem boosten oder das Altern verlangsamen sollen. Die Evidenz aus großen Studien ist jedoch uneinheitlich: Während ein Selenmangel tatsächlich schädlich ist, bringt eine Supplementierung bei ausreichendem Status keinen nachgewiesenen Nutzen und kann bei Überdosierung sogar toxisch wirken (Selenose). Viele Produkte übertreiben die Wirkung und nutzen die Angst vor Mangel aus. Verbraucher sollten sich auf eine abwechslungsreiche Ernährung konzentrieren und Nahrungsergänzungsmittel nur bei ärztlich bestätigtem Mangel einnehmen.
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