Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen (z. B. Glutathionperoxidasen) antioxidativ wirkt. Einige Beobachtungsstudien deuten auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Selenstatus und erhöhtem oxidativem Stress hin, der die Insulinresistenz fördern könnte. Randomisierte kontrollierte Studien zeigen jedoch widersprüchliche Ergebnisse: Während eine Supplementierung bei Selenmangel die Glukosetoleranz verbessern kann, wurde in selenreichen Populationen (z. B. USA) ein erhöhtes Diabetesrisiko unter hochdosierten Selenpräparaten beobachtet. Der Mythos, dass Selen den Blutzucker direkt senkt, ist nicht belegt. Die Wirkung ist indirekt und dosisabhängig. Für Menschen ohne Mangel bringt eine zusätzliche Seleneinnahme keinen nachweisbaren Nutzen für den Blutzucker – im Gegenteil, Überdosierung kann toxisch wirken (Selenose). MyBody-X-Tests messen Selen im Blut, aber die Interpretation ist komplex, da der Status stark von Ernährung und Geografie abhängt. Fazit: Kein Blutzucker-Wundermittel, aber bei nachgewiesenem Mangel kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein. Evidenz: human-moderate.
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