Cortisol ist ein zentrales Stresshormon, das in chronisch erhöhten Konzentrationen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann – bei Frauen durch Ovulationsstörungen und Zyklusunregelmäßigkeiten, bei Männern durch verminderte Spermienqualität und niedrigere Testosteronspiegel. Genetische Varianten wie rs4680 im COMT-Gen beeinflussen den Cortisolabbau und die individuelle Stressempfindlichkeit, jedoch ist der Effekt moderat und nicht allein entscheidend. Wichtiger sind Stressmanagement, ausreichender Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von chronischer Überlastung. Consumer-DNA-Tests wie MyBody-X können Hinweise auf die Stressregulation geben, ersetzen aber keine medizinische Diagnose. Bei Fruchtbarkeitsproblemen sollte ein Arzt oder Endokrinologe konsultiert werden. Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch: Die biologischen Pfade sind gut beschrieben, aber direkte klinische Studien zu genetischen Prädiktoren für Cortisol-bedingte Fertilitätsstörungen fehlen im gegebenen Kontext. Daher ist eine zurückhaltende Interpretation angeraten.
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