Die ketogene Ernährung (Keto) ist eine sehr kohlenhydratarme, fettreiche Diät, die den Körper in einen Zustand der Ketose versetzt. Dabei werden Ketonkörper als alternative Energiequelle genutzt. Kurzfristig kann Keto zu Gewichtsverlust und verbesserter Blutzuckerkontrolle führen, gestützt durch moderate Evidenz aus Kurzzeitstudien. Langzeiteffekte auf Herz-Kreislauf-Gesundheit, Nierenfunktion und Mikrobiom sind jedoch unzureichend erforscht. Viele Behauptungen, etwa zur Krebsprävention oder Leistungssteigerung, beruhen auf Tierversuchen oder mechanistischen Modellen, nicht auf robusten Humanstudien. Zudem ist die Diät schwer einzuhalten und kann bei falscher Umsetzung zu Mangelerscheinungen führen. Für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Pankreatitis, Fettstoffwechselstörungen) ist Keto kontraindiziert. Die Vermarktung als „Wunderdiät“ überzeichnet die tatsächliche Evidenz. Ein DNA-Test zur „Keto-Eignung“ ist wissenschaftlich nicht belegt; individuelle Stoffwechselunterschiede werden durch Lebensstil und Mikrobiom stärker beeinflusst als durch einzelne Gene. Fazit: Keto kann unter ärztlicher Begleitung als kurzfristige Intervention wirken, ist aber keine universelle Langzeitlösung.
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